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Tutorial: HTPC selber bauen. Teil 1: Zusammenstellung der Komponenten

Teil 1 ist wie folgt gegliedert:

HTPC - Was ist das?

Die Abkürzung HTPC steht für 'Home Theater Personal Computer'.
Zu Deutsch ist damit also ein Computer, der für Multimedia, wie Filme, Fotos und Musik gedacht ist, gemeint.
Idealerweise soll dieser Computer im Wohnzimmer stehen und an Fernseher sowie Musikanlage angeschlossen sein.

Die genaue Leistung und Ausstattung dieses Computers hängt von den Bedürfnissen des Nutzers ab.

Warum selber bauen?

Warum sollte man sich so einen HTPC denn nun selber bauen, wenn man doch auch in den Elektronikfachmarkt gehen kann und sich dort einen fertigen kaufen kann?
Das eigene Zusammenbauen eines HTPCs hat eine Reihe von Vorteilen:
Vorteile eines Eigenzusammenbaus:

  • Austattung kann exakt an eigene Bedürfnisse angepasst werden
  • Man kann viel Geld sparen
  • Es macht Spaß und ist interessant
  • Der HTPC ist dann meist leichter nachrüstbar

Natürlich dürfen bei diesem Vorhaben auch nicht die Nachteile vergessen werden, die aber, wenn man Spaß am Basteln hat und man ohnehin technisch interessiert ist, keine Hürden darstellen sollten:
Nachteile eines Eigenzusammenbaus:

  • Es erfordert Zeit
  • Man benötigt technische Kentnisse
  • Es ist auf eigene Verantwortung

Welche Anforderungen muss mein persönlicher HTPC erfüllen?

Wenn Sie sich nun also entschlossen haben Ihren HTPC selber zu bauen, sollten Sie zuerst überprüfen, welche Anschlüsse und Auflösung Ihr Fernseher bereitstellt und wie Ihre Soundanlage angeschlossen werden muss.
Dann müssen Sie nachsehen, wie Sie Ihr TV-Signal empfangen (analog, Kabel, Sat oder Terrestrisch).
Wenn Ihr HTPC auch ins Internet soll, sollten Sie überprüfen, ob Sie ein Kabel verlegen müssen, oder ob eine WLAN Verbindung an dem Ort, wo der HTPC stehen soll möglich ist.

Dann müssen Sie sich Gedanken machen, was Sie genau mit Ihrem HTPC anfangen wollen.
Wollen Sie Filme aufnehmen? (-> große Festplatte)
Soll der HTPC HD Fähig sein? (-> HD Fähige Hardware +Encoding Software)
Wollen Sie mit Ihrem HTPC auch Spiele spielen? (-> Besserer Prozessor, mehr RAM und leistungsstärkere Grafikkarte)

Wenn Sie die genauen Anforderungen Ihres HTPCs haben, können Sie eine erste Zusammenstellung machen.
In diesem Tutorial wird ein HTPC zusammengestellt und zusammengebaut, der folgende Anforderungen erfüllen soll:

  • Filme aufnehmen und bearbeiten
  • HD Fähig
  • Urlaubsbilder speichern
  • Internetfähig
  • Kompakte Maße und schlichtes Design


Der HTPC in diesem Tutorial braucht nach diesen Anforderungen eine große Festplatte (mindestens 1TB), HD Fähige Hardware und ein möglichst kleines Mainboard (am besten mini ITX).
Man muss nicht lange suchen, um festzustellen, dass es viele mini ITX Mainboards mit HD fähiger Ausstattung gibt, die sich hervorragend für einen HTPC eignen. Sie sind klein und brauchen wenig Strom.

Für den HTPC dieses Tutorials wurden folgende Komponenten ausgewählt (diese entsprechen nicht unbedingt Ihren Bedürfnissen!):

Die Grundlage: Das Mainboard mit Prozessor

Als Grundlage des HTPCs kommt das ASUS AT3N7A-I in Frage (Herstellerlink).
Auf dem Mainboard ein Intel Atom 330 Prozessor (2 x 1,6 Ghz) verbaut, dem ein HD-fähiger NVIDIA ION Chipsatz zu Seite steht.
Eines der wichtigsten Kaufargumente ist aber, dass das AT3N7A-I einen PCI Anschluss zur Verfügung stellt, der unbedingt für eine TV Karte benötigt wird.

Die TV-Karte

Die TV Karte dieses HTPCs soll den aktuellen Standards entsprechen und für Satellitenempfang geeignet sein.
Wegen dem sehr gutem Preis-Leistungs Verhältnis springt hier die MSI TV@nywhere Satellite II (Herstellerlink) ins Auge.
Praktischerweise wird eine Fernbedienung mitgeliefert.

Gehäuse und Netzteil

Bei passenden Gehäusen ist die Auswahl leider gering. Es gibt zwar viele miniITX Gehäuse, allerdings sind die meisten zu flach um darin eine TV-Karte zu verbauen.
Die Lösung ist das Silverstone SST-SG06S Sugo mit eingebautem 300W Netzteil (Herstellerlink), das es in schwarz und silber gibt.

Arbeitsspeicher

Die Wahl des Arbeitsspeichers stellt bei einem leistungsschwachen HTPC keine schwierige Aufgabe dar. Schnellen RAM gibt es heutzutage sehr günstig.
Trotzdem sollte man nicht den billigsten nehmen, sondern auf einen bewährten Hersteller setzen. Man will ja schlie0lich, das der HTPC lange hält und unnötigen Ärger vermeiden.
Der HTPC dieses Tutorials erhält schließlich den Kingston Valueram (Herstellerlink) mit 2GB. Das reicht für alle Multimedia Anwendungen.

Festplatten

Auch Festplatten gibt es heutzutage sehr günstig und mit einem sehr guten Preis pro Gigabyte Verhältnis. Hier gilt es Produktbewertungen zu lesen. Manchmal gibt es Festplattenserien, die sehr fehleranfällig sind. Von diesen ist dann abzuraten, denn in vielen Fällen sind dann die gesamten Daten der Festplatte (also alle Bilder, Filme usw.) weg. Das kann sehr ärgerlich sein, wenn man keine Sicherungskopien von den Urlaubsbildern angefertigt hat.

Aber auch Festplattenserien, die meist treu ihre Dienste leisten, gibt es sehr günstig. Für den HTPC dieses Tutorials ist eine Festplatte mit einer Kapazität von mitdestens 1TB vonnöten.
Geeignet ist z.B. wegen des guten P/L Verhältnisses die SEAGATE Barracuda LP 5900.12 mit 1TB (Herstellerlink). Sie ist im 3.5 Zoll Format und passt damit in das verwendete Gehäuse.

BD Laufwerk

Beim Laufwerk muss darauf geachtet werden, dass das verwendete Gehäuse keine, wie bei Stand-PCs sonst üblichen 5.25" Laufwerke unterstützt. Es muss ein Slim Laufwerk verwendet werden.
Slim Laufwerke sind i.d.R. teurer als die 5.25" Laufwerke und die Auswahl an Slim Blu-Ray-Laufwerken ist auch noch sehr gering.
Ein Blu-Ray ROM, aber DVD und CD beschreibfähiges, Lauferk, das in Frage kommt, ist das Silverstone Slim Blu-ray & DVD/CD Combo (Herstellerlink)

Internet/WLAN

Der HTPC soll Internetfähig sein. Ein LAN-Kabel lässt sich durchs Wohnzimmer schlecht verlegen. Deswegen muss ein WLAN-USB-Stick her. Ein PCI Anschluss ist nicht mehr frei.
Die Auswahl an WLAN-USB-Sticks, die IEEE 802.11n, also das schnellste WLAN unterstützen ist sehr groß. Zu beachten ist, dass der Router im Netzwerk WLAN mit IEEE 802.11n unterstützt, denn sonst bringt einem der USB-Stick nichts!
Ziehen Sie hierfür das Handbuch Ihres Routers zu Rate, oder fragen beim Hersteller oder im Forum nach.
Ein Produkt, das für den HTPC in diesem Tutorial geeignet ist, ist der DIGITUS Wireless 300N USB 2.0 Adapter (Herstellerlink), der durch sein sehr gutes P/L Verhältnis überzeugt.

Betriebssystem und Software

Nach all der schönen Hardware darf man natürlich nicht das Betriebssystem des HTPCs vergessen.
Auf dem HTPC dieses Tutorials wird Windows Vista (Herstellerlink) installiert werden, dem Windows Media Center beiliegt. Damit deckt man den Bedarf an Programmen für einen HTPC größtenteils ab.
Zusatzprogramme kännen dann immer noch auf Windows Vista installiert werden.

Hinweis:
Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die optimale Hardware für Ihren HTPC zu finden oder Sie die Hardware dieses, im Oktober 2009 geschriebenen, Tutorials nicht mehr zeitgemäß finden, fragen Sie einfach im Forum ! Dort können Ihnen andere Nutzer bei Ihrer Zusammenstellung helfen.

Zusammenstellung prüfen und bestellen

Bevor Sie die ausgewählte Hardware bei einem Händler Ihrer Wahl kaufen, sollten Sie zuerst prüfen, ob die Hardware und Software auch zusammepasst.

Ist die Hardware leistungsfähig genug für das Betriebssystem?
Liefert das Netzteil genug Strom?
...

Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie einfach im Forum!
Wenn Sie sicher sind, dass Ihre ausgewählte Hard- und Software zusammenpasst können Sie getrost kaufen.
Wie es weitergeht, wenn die Hardware und Software im Haus ist, erfahren Sie im zweiten Teil des Tutorials:

HTPC selbst bauen Teil 2

 

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